Unsere Seminare finden über das ganze Semester verteilt statt. Anmeldungen erfolgen überILIAS, für das Sommersemester ab dem 01.03. und für das Wintersemester ab dem 01.09..
Bauchgefühl oder Kopfsache? Grundlagen Moralischen Urteilens - ZEF21
22.10.-03.12.2026
Seminarnummer
S 0402/S 9402
Dozent
Sebastian Rosenbaum
ECTS Credits
2 CP (S 0402)
3 CP (S 9402)
Benotung
benotet/unbenotet - BE
Prüfungsleistung
engagierte Mitarbeit (BE; S 0402) engagierte Mitarbeit + Hausarbeit (Note; S 9402)
Format
online
Grundlagen Moralischen Urteilens
Ein schlechtes Gewissen oder moralische Bauchschmerzen machen spürbar, dass eine Handlung moralisch problematisch bewertet wird. Nach Immanuel Kant ist zeigt sich wahre moralische Güte allerdings erst wenn vernunftgemäß aus Pflicht gegen Neigungen gehandelt wird. Nach David Hume ist Vernunft dagegen „der Sklave der Leidenschaften“. Sind Gefühle der Empörung oder Ekel in der Klimakrise als moralische angemessene Urteile zu verstehen und gibt es sogar eine moralische Pflicht, diese zu empfinden? Neuere Theorien der verkörperten Kognition besagen, dass intelligentes Verhalten aus dem Zusammenspiel von Gehirn, Körper und Welt entsteht. Sind moralische Urteile also gar keine Tatsachenaussagen, sondern Ausdruck der Gefühle des Sprechers oder der Verfasserin? Und was bedeutet das für die Wahrheit von moralischen Urteilen?
Einsamkeit in der digitalen Gesellschaft - Beziehungen im Wandel - ZEF21
16./17.10. & 23/24.10. & 06./07.11.2026
Seminarnummer
S 0XXX / S 9XXX
Dozent
Alexandra Mayer
ECTS Credits
2 CP (S 0XXX)
3 CP (S 9XXX)
Benotung
benotet/unbenotet - BE
Prüfungsleistung
aktive Teilnahme (BE; S 0XXX) aktive Teilnahme + Hausarbeit (Note; S 9XXX)
Format
online
Beziehungen im Wandel Das Seminar beschäftigt sich mit Einsamkeit in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft. Wir widmen uns der Begriffsdifferenzierung und betrachten unterschiedliche Formen und zeitliche Verläufe von Einsamkeit. Ein Schwerpunkt liegt auf gesellschaftlichen Auslösern wie Individualisierung, Krisen, Veränderungen der Arbeitswelt und Digitalisierung. Diskutiert wird, wie soziale Medien, virtuelle Räume, Chatbots und KI-Agenten Einsamkeit sowohl verstärken als auch verringern können. Dabei werden verschiedene Altersgruppen, soziale Lagen, Geschlechter und Herkunftskontexte berücksichtigt. Außerdem werden individuelle und gesellschaftliche Folgen von Einsamkeit untersucht. Abschließend entwickeln und bewerten wir gedanklich soziale, politische, kulturelle und digitale Gegenmaßnahmen.
aktive Teilnahme (BE; S 0403) aktive Teilnahme + Hausarbeit/Präsentation (Note; S 9403)
Format
online
Ethik-Grundlagen-Kurs Der Fortschritt, so scheint es, hat die Richtung gewechselt. Wir können immer mehr und kommen dem Glück doch nicht näher. Es scheint leichter, sich den kommenden Weltuntergang vorzustellen, als tragfähige Alternativen für eine bessere Zukunft. Keine Visionen, kein Narrative, die den gesellschaftlichen Prozessen eine glaubwürdige neue Ausrichtung zu geben vermag. Zeit darüber nachzudenken, wie es anders sein könnte, darüber, was Glück ist, was eine gerechte Gesellschaft ausmacht und wie das Sein mit mehr Sinn gefüllt werden kann. Zeit darüber nachzudenken, was das eigentlich ist: Das gute Leben? Die vom Zentrum für ethische Fragen im 21. Jahrhundert ausgerichtete Ringvorlesung versteht sich als interdisziplinäres Gedankenlabor. Es vereint Beiträge aus Philosophie, Soziologie, Ökonomie, Neuro-, Politik- und Religionswissenschaften auf der Suche nach einer anderen Zukunft.
In diesem Seminar werden die Vorträge aus der gleichnamigen ZEF21-Ringvorlesung diskutiert, vor- bzw. nachbereitet. Dabei werden ethische Fragestellungen Grundpositionen herausgearbeitet, so dass das argumentative Gerüst der Seminarteilnehmenden gefestigt und eine Expertise in der Fragestellung ausgebildet wird.
Können Maschinen Bewusstsein erlangen? Antworten aus zweitausend Jahren Geistesgeschichte - ZEF21
22./23.10. & 05./06.11.2026
Seminarnummer
S 9XXX
Dozent
Dr. Dr. Johannes Lierfeld
ECTS Credits
2 CP
Benotung
benotet
Prüfungsleistung
aktive Teilnahme und Hausarbeit
Format
hybrid
Antworten aus zweitausend Jahren Geistesgeschichte Was ist eigentlich unser Bewusstsein? Wie entsteht es? Was unterscheidet es von anderen Bewusstseinsformen? Und warum können wir es nicht messen? Im Zeitalter künstlicher Intelligenz wird nicht nur die Frage nach der Ontologie der Intelligenz selbst neu gestellt, sondern auch nach der unseres eigenen Bewusstseins. Doch diese Debatte führt uns tief in den Kaninchenbau der eigenen Begriffe. Jahrtausenden der Geistesgeschichte gibt es auch heute weder allgemeingültig akzeptierte Definitionen von Bewusstsein noch trennscharfe Abgrenzungen zu anderen Bewusstseinsformen. Mit der Frage unseres Bewusstseins stellt sich auch die Frage nach seiner Entstehung aus Materie. Das Technikbeispiel der Brain-Computer Interfaces zeigt hier eine Limitation, denn obwohl „BCIs“ nahezu sämtliche Hirnprozesse messbar machen, bleibt die „Erste-Person-Perspektive“ unzugänglich, und der „epistemic gap“ erscheint unüberwindbar. Weder dualistische Ansätze, die am Leib-Seele-Problem festhalten und Körper und Geist als zwei getrennte Sphären betrachten, noch die monistische Alternative, die keinerlei Trennung zwischen dem Physischen und Mentalen vornimmt, konnten bislang dieses „harte Problem des Bewusstseins“ (nach David Chalmers) widerspruchsfrei auflösen. Handelt es sich vielleicht gar nicht um eine technologisch lösbare Problematik, sondern könnte dieser Unzugänglichkeit der subjektiven Sphäre der Qualia möglicherweise eine noch unerforschte physikalische Gesetzmäßigkeit zugrunde liegen? Die Lehrveranstaltung geht der Spur des Bewusstseins bis in die Anfänge der Geistesgeschichte nach, um neue Impulse und mögliche Antwortversuche auf dieses „große Welträtsel“ (nach Emil du Bois-Reymond) zu erarbeiten und dadurch eine eigene, fundierte Perspektive auf die Frage nach Bewusstsein in Maschinen zu entwickeln.
Moderne Tierethik und die Mensch-Tier-Beziehung - ZEF21
23.10. - 04.12.2026
Seminarnummer
S 0979/S 9979
Dozent
Sebastian Rosenbaum
ECTS Credits
2 CP (S 0979)
3 CP (S 9979)
Benotung
benotet/unbenotet - BE
Prüfungsleistung
Mitarbeit + Impuls-Präsentation (BE; S 0979) Mitarbeit + Impuls-Präsentation + Hausarbeit (Note; S 9979)
Format
online
Moderne Tierethikund die Mensch-Tier-Beziehung Nicht nur der sogenannte „Beste Freund des Menschen“, der Hund, begleitet den Menschen seit tausenden Jahren. Auch in Bezug auf andere Haus-, Nutz- und Wildtiere ist der Mensch immer wieder aufgefordert, einen „humanen“ bzw. „moralisch guten“ Umgang zu pflegen. Was dürfen wir mit Tieren tun und was nicht? Und wie wird das begründet? Welchen moralischen Status haben Tiere in Nutztierhaltung, bei Tierversuchen oder als Parasiten? Tierwohl, Tierrechte, artgerechte Haltung und viele andere Ausdrücke sind als Schlagwörter in der Debatte zum Umgang mit Tieren schon lange angekommen. Im Seminar soll ein Überblick über die Tierethik gewonnen werden und auch ein Verständnis für die Anwendung der verschiedenen Theorien in praktischen Kontexten. Vorgestellt wird die kritische Debatte um eigenschaftsbasierte, folgenethische und beziehungsethische Ansätze und Anwendungen in der modernen Tierethik.
Dieses Seminar thematisiert die Entstehung und das Wesen von Konflikten. Den Teilnehmern wird Orientierung und Hilfe zum Auf- und Ausbau eines Verhaltensrepertoires zur Konfliktabwendung, Konfliktneutralisation, Deeskalation und Konflikteindämmung gegeben. Dies geschieht sowohl in der Rolle der Konfliktpartei als auch in der des Unbeteiligten.
Seminare des Zentrums für ethische Fragen im 21. Jahrhundert (ZEF21)
Das ZEF21 gibt Ihnen die Möglichkeit, neben Ihrem Fachstudium weiterführende Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Ethik und Nachhaltigkeit zu besuchen, die Sie sich in der Regel auch als Wahlfächer anerkennen lassen können. Darüber hinaus können Sie durch die Teilnahme an diesen Veranstaltungen das Ethikum-Zertifikat. Mehr Infos zu den Veranstaltungen finden Sie hier.