Nachhaltige Versorgungslösungen aus Karlsruhe im Einsatz: Das internationale Forschungsprojekt SophiA ist erfolgreich abgeschlossen. Unter der Projektleitung der Hochschule Karlsruhe wurde in den vergangenen vier Jahren ein modulares, netzunabhängiges Versorgungssystem für Krankenhäuser und Apotheken in ländlichen Regionen Afrikas entwickelt und umgesetzt. Ziel war es, Gesundheitseinrichtungen zuverlässig mit Strom, sauberem Trinkwasser sowie Kühl- und Wärmesystemen zu versorgen und dabei vollständig auf erneuerbare Energien zu setzen.
Herausforderungen der Infrastruktur in ländlichen Regionen
Die modular aufgebauten Container kombinieren Photovoltaik, Energiespeicher, Kühltechnik und Wasseraufbereitung auf engem Raum. Sie lassen sich an unterschiedliche klimatische Bedingungen und Bedarfe anpassen und können lokal produziert werden. Inzwischen sind Pilotanlagen in vier Ländern erfolgreich in Betrieb. Heute stehen Pilotanlagen in Burkina Faso, Kamerun, Uganda und Malawi, bewusst in Regionen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen.
Zentrale technologische Komponenten wurden an der HKA entwickelt und getestet. In den Laboren der Hochschule entstanden die innovativen Lösungen für die Kältetechnik und die solare Wasseraufbereitung. Die Systeme ermöglichen die sichere Lagerung temperaturempfindlicher Medikamente und Impfstoffe sowie die Bereitstellung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. Dabei kommen natürliche Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial zum Einsatz.
Wissenschaftliche Kooperation über Landesgrenzen
Die Hochschule Karlsruhe koordinierte das internationale Konsortium mit 13 Partnern aus Europa und Afrika. Eine zentrale Partnerrolle übernahm die OST – Ostschweizer Fachhochschule, die insbesondere für die Solartechnik, das Energiemanagement sowie die übergeordnete Systemsteuerung verantwortlich war. Diese zentrale Steuerung verbindet alle Module des Containers und entscheidet automatisch, wie Strom, Wärme, Kälte und Wasser optimal genutzt oder gespeichert werden. Damit ergänzten sich die Kompetenzen beider Hochschulen in idealer Weise.
Zufriedenheit mit den Ergebnissen
«Wir sind sehr zufrieden mit den Resultaten. Die Anlagen sind erfolgreich im Einsatz und bewähren sich», fasst Mihaela Dudita-Kauffeld die Ergebnisse zusammen. Sie und ein Teil des SophiA-Teams arbeiten bereits an Anträgen für Folgeprojekte. «Die modularen Lösungen könnten auch in anderen Regionen der Welt eingesetzt werden. Wir denken beispielsweise an tropische Regionen, aber auch an die Ukraine.»
Mit dem erfolgreichen Pilotbetrieb zeigt sich, dass die unter Leitung der Hochschule Karlsruhe entwickelten Technologien einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitsversorgung leisten können und großes Potenzial für weitere internationale Anwendungen bieten.
SophiA steht für Sustainable Off-grid Solutions for Pharmacies and Hospitals in Africa – nachhaltige, netzunabhängige Lösungen für Krankenhäuser und Apotheken in Afrika. Das Projekt wurde mit 8 Mio. Euro im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101036836 gefördert. Weitere Informationen zum Projekt unter https://www.h-ka.de/ikku/cool/sophia